Populismus - Gefahr vor Angst, Wut, Hass und Übergriffen

Populismus in Europa und in den USA – was bedeutet das für die Gesellschaft und die Wirtschaft? Einiges erinnert aktuell an die Vorboten der schweren Zeiten von 1927 und der Folgejahre. Angst und Wut vieler Bürger sowie der Ruf nach einfachen Lösungen und starken Führern scheinen die politische und gesellschaftliche Situation zu vergiften – in vielen Ländern Europas und in den USA (speziell seit der Wahl von Donald Trump). Das wird auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Unternehmen haben. Als wenn die aktuellen Herausforderungen nicht schon gross genug wären.

 

Wie können Unternehmen auf den Populismus und mögliche Folgen reagieren? Ist es notwendig die Demokratie zu verteidigen und wenn ja, wie soll das gehen? Sind Unternehmen gefordert, Flagge zu zeigen und sich mit ihren Mitarbeitern für unsere Werte und die Demokratie aktiv einzusetzen? Gerne stehen wir Ihnen als Terra Institute für ein Gespräch und die Moderation von Workshops zu diesem Themenkomplex in Ihren Unternehmen zur Verfügung. Sprechen Sie uns an.

 

Inhalte eines solchen Workshops könnten z.B. sein:

  • Wie schätzt Ihr Unternehmen die Gefahren des Populismus ein und welche konkreten Auswirkungen könnte dieses für Ihr Geschäft und die Kundenbeziehungen haben?
  • Wie können sich Unternehmen gegen populistische Angriffe schützen? Welche Massnahmen sind dafür erforderlich?
  • Was erwarten Sie von Ihren Mitarbeitern? Inwieweit sollen die Mitarbeiter in diesen Dialog einbezogen werden? Welche Workshops und Schulungen sind dafür evtl. notwendig? Z.B.: Was ist unsere Mission und was sind unsere Werte? Was bedeutet Demokratie und Freiheitsrechte für uns? Welche bislang ausgeklammerten Tabu-Themen sind anzusprechen? …
  • Strategie/Ziele/Massnahmen: Was kann das Unternehmen nach intern und extern konkret leisten, um den Gefahren des Populismus zu begegnen?

Nachstehend finden Sie Auszüge aus einem Beitrag vom NDR, in welchem die Gefahren des Populismus, warum Donald Trump Präsident der USA werden konnte und wie wir aktiv für eine offene Gesellschaft einstehen sollten, dargestellt werden. Wir empfehlen, Ihnen den Beitrag selbst zu hören bzw. zu lesen.

"Gegen den Hass" – Was das gesellschaftliche Klima vergiftet

Beitrag von Johann Hinrich Claussen in NDR-Kultur Glaubenssachen vom So. 15.0117

www.ndr.de/ndrkultur/Gegen-Hass,audio308814.html

zum Thema Populismus und was die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA für unsere Gesellschaftssysteme bedeutet. Auszüge aus dem Beitrag:

  • Zivilisationsbruch – zerstört wurde ein Konsens über die Demokratie, ihre Grundregeln und wichtigsten Institutionen, ein Einverständnis über eine offene Gesellschaft, ein Gefühl von Anstand und Recht.
  • Ängste und Wut werden bei Bürgern gezielt angesprochen: Wut auf die Verhältnisse, Wut auf die Verantwortungsträger, Wut auf die Reichen, … dunkle Hautfarbe, fremde Nationalität, abweichende religiöse Position oder sexuelle Orientierung.
  • Wut ist ein heisses emotionales Gefühl und lässt sich leicht manipulieren. Wer geschickt die Wut der Massen aufwiegelt, kann Macht gewinnen und behaupten und damit von realen Problemen und eigenen Interessen ablenken.
  • Abschottung: Autoritäre Demagogen finden oder erfinden einen äusseren Feind, vor dem die Bevölkerung zu schützen ist. Diese Abschottung nach aussen entspricht der Spaltung im Inneren. … Man muss nur fähig sein, in einem Ausmass zu lügen und zu beleidigen (Donald Trump), wie es normalen Menschen nicht möglich ist.
  • Auch in Deutschland gibt es Veränderungsverlierer, abgehängte Landesteile, Bevölkerungsschichten ohne Perspektiven, Zorn über das Versagen von Verantwortungsträgern, Abstiegsängste, Orientierungsverluste und ganz reale Erfahrungen des Terrorismus – und deshalb viel Wut und Hass.
  • Die offene Gesellschaft wird angegriffen, verliert aber auch an Überzeugungskraft.

 

Was zu tun wäre: Wir müssen in Deutschland unsere demokratische Grundordnung selbst verteidigen

  • Unsere offene Gesellschaft hat Feinde.
  • Feinde sind etwas anderes als politische Gegner: Feinde hassen uns und unsere politische Kultur, teilen unsere Grundvorstellungen nicht und wollen ein anderes System. … Feinde wollen unsere Gesellschaft abschaffen und durch etwas Anderes ersetzen. Ihre Waffen sind nicht das Argument, sondern die Gewalt: kommunikative, psychische oder körperliche Gewalt.
  • Wir sollten den Feind nicht hassen – da sich dieses heisse emotionale Gefühl leicht manipulieren lässt.
  • Deshalb: nicht hassen, sondern emotionale Distanz zum Feind halten. Damit können wir die eigenen Schwächen ehrlich analysieren, eigene Stärken erkennen, positive Ziele beschreiben, neue Strategien entwickeln, umsichtig Vor- und Nachteile prüfen, verlässliche Verbündete suchen und mit ruhiger Art Widerstand leisten.
  • Unsere politische Kultur – die offene, demokratische, rechts- und sozialstaatliche Gesellschaft hat z.Zt. nicht nur einen Feind – sondern mehrere: Islamische Terroristen, Religionsdiktaturen (z.B. das sunnitische Saudi-Arabien), autoritäre Regime (z.B. Russland mit Putin und die Türkei mit Erdogan) und rechtsradikale Gruppen. Und im Weissen Haus (USA) residiert nun ein Feind der offenen Gesellschaft …
  • Kampf gegen die Feinde: Diplomatie bis zu Gegengewalt (polizeiliche und militärische Mittel). Wehren müssen wir uns!

 

Die Zeiten sind vorbei, da die Demokratie sich von allein verteidigt hat. Als Bürger muss man sich heute engagieren.

  • In Deutschland und Europa haben wir mit der gegenwärtigen Ordnung die einmalige Chance, in Frieden und Sicherheit zu leben sowie sich frei zu entfalten. Dieses hohe Gut ist nicht selbstverständlich.
  • Was es braucht: Verlässlicher Staat: die offene Gesellschaft braucht ein vertrauenswürdiges Rechtssystem, eine verlässliche Sicherheitspolitik, eine funktionierende Verwaltung und eine soziale Ordnung
  • Es braucht politische Parteien für die politische Willensbildung. Sie müssen gestärkt werden, verdienen Interesse, präzise Kritik und Beteiligung. Mehr und geeignetere Personen müssen sich in ihnen engagieren. Der Pool, aus dem die Verantwortungsträger ausgewählt werden, ist zu klein.
  • Es braucht unabhängige Qualitätsmedien, um den Bürgern politische Bildung zu vermitteln. Zeitungen und Zeitschriften mit Niveauanspruch sowie öffentlich-rechtliche Medienanstalten sind unverzichtbar. Die sozialen Netzwerke sind anfällig für Manipulationen.
  • Es braucht auch lebendige Zwischen-Institutionen zur Gestaltung des Raums zwischen Staat und Privaten: Vereine, Verbände, Gewerkschaften, verbindliche Netzwerke und auch die Kirchen
  • Lange war es Mode, sich von allem Institutionellen fern zu halten. Das können wir uns nicht mehr leisten. Denn die offene Gesellschaft ist nicht einfach da. Sie wird gemacht von denen, die in ihr leben wollen und sich in grossen und kleinen Institutionen für sie engagieren.
  • Politisch werden heisst aber auch, sich offener zu streiten. … Wichtige Entscheidungen – ob zu Flüchtlingskrise, Sozialstaat, Euro-Rettung, europäischer Integration oder Atomausstieg – wurden nicht erstritten, sondern unauffällig vollzogen oder im akuten Krisenmanagement hektisch erzwungen. Das erweckt den Eindruck fehlender politischer Legitimation … Offen streiten sollten wir gerade bei den Themen Flucht, Migration und Integration und zwar ohne Angst.
  • Die Qualität einer offenen Gesellschaft zeigt sich darin, solche Debatten offen zu führen. Offenheit ist kein Zeichen von Schwäche. Nur wer starke Prinzipien hat, kann anderen offen begegnen.
  • Für die offene Gesellschaft sollten wir uns nicht schämen … – für sie sollten wir kämpfen. Ihren Feinden entgegentreten, deren Wählern ein besseres Angebot machen.
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